Spanischer Pfeffer

Herkunft: Nordamerika → Mexiko

Kurzbeschreibung

„Spanischer Pfeffer“ ist eine historische Bezeichnung für Paprika- und Chilifrüchte aus der Gattung Capsicum. Der Name bezeichnet keine bestimmte Sorte oder Art.

Je nach verwendeter Pflanze konnten damit milde Paprikafrüchte ebenso gemeint sein wie deutlich scharfe Chilis.

Steckbrief

Unter der Bezeichnung Spanischer Pfeffer wurden verschiedene Pflanzen und Früchte der Gattung Capsicum zusammengefasst.

Dazu gehören insbesondere Vertreter von:

  • Capsicum annuum
  • sowie weitere kultivierte Capsicum-Arten

Die Pflanzen gehören zur Familie der Nachtschattengewächse.

Verwendet werden die Früchte:

  • frisch
  • getrocknet
  • als Flocken
  • gemahlen als Pulver

Aroma und Geschmack

Eine einheitliche Geschmacksbeschreibung ist nicht möglich.

Je nach Sorte können die Früchte:

  • mild und süßlich
  • fruchtig und würzig
  • pikant
  • oder sehr scharf

schmecken.

Die Schärfe entsteht durch Capsaicinoide, insbesondere Capsaicin.

Herkunft und Geschichte

Capsicum-Arten stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika.

Nach den europäischen Reisen nach Amerika gelangten Paprika und Chili ab dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert nach Europa. Spanien spielte bei ihrer frühen Verbreitung in Europa eine wichtige Rolle.

Daraus entstanden Bezeichnungen wie „Spanischer Pfeffer“, obwohl die Pflanzen botanisch nicht mit echtem Pfeffer verwandt sind.

Verwendung

Historisch konnte „Spanischer Pfeffer“ sowohl milde als auch scharfe Capsicum-Früchte bezeichnen.

Entsprechend vielfältig war die Verwendung, beispielsweise für:

  • Fleischgerichte
  • Gemüse
  • Suppen
  • Eintöpfe
  • Soßen
  • Reisgerichte
  • Marinaden
  • Gewürzmischungen

Für heutige Rezepte sind genauere Bezeichnungen wie Paprika, Chili oder der konkrete Sortenname sinnvoller.

Schärfe

Ein fester Schärfegrad lässt sich nicht angeben, weil „Spanischer Pfeffer“ keine bestimmte Sorte bezeichnet.

Die mögliche Schärfe reicht von praktisch schärfefreien Gemüsepaprika bis zu sehr scharfen Chilis.

Deshalb würde ich die bisherige Angabe „Schärfegrad 1–10“ entfernen, statt einen bestimmten Wert zu vergeben.

Abgrenzung

Spanischer Pfeffer ist kein echter Pfeffer aus der Gattung Piper.

Der Begriff darf insbesondere nicht mit schwarzem, weißem oder grünem Pfeffer verwechselt werden.

Heute ist die Bezeichnung weitgehend ungebräuchlich und wurde durch genauere Begriffe wie Paprika, Chili oder Cayennepfeffer ersetzt.

Lagerung

Frische Früchte sollten kühl gelagert und zeitnah verwendet werden.

Getrocknete Früchte, Chiliflocken oder Pulver sollten trocken, dunkel und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden.

Hinweise

„Spanischer Pfeffer“ ist vor allem als historische Bezeichnung interessant. Für die moderne Küche ist der Begriff zu ungenau, weil er keine bestimmte Capsicum-Sorte beschreibt.

Bei alten Rezepten kann die Bezeichnung daher ohne zusätzlichen Kontext nicht eindeutig erkennen lassen, welche Art von Paprika oder Chili tatsächlich gemeint war.